Musiktherapie für Frühchen und ihre Eltern

Für einen sanften Start ins Leben

Mit sanften Klängen, ähnlich denen einer Harfe, und leisem Gesang schafft die Musiktherapeutin eine besondere Atmosphäre der Nähe, in der Eltern und ihre Frühgeborenen sich gemeinsam entspannen und ganz aufeinander einlassen können.

Diese Nähe stärkt und unterstützt die Eltern-Kind-Bindung. Denn durch eine Frühgeburt kommt es für Mutter und Kind zu einer abrupten Trennung, die beide oft als traumatisch erleben. Das Kind muss ohne den schützenden Mutterleib auskommen und in den ersten Lebensmonaten auf der Intensivstation ständig überwacht und versorgt werden. Dort ist es von unbekannten Reizen umgeben. Ihm fehlen die Bewegung im Fruchtwasser sowie eine Vielzahl vertrauter Geräusche, z. B. der Herzschlag, der Atemrhythmus oder das pulsierende Blut der Mutter. Gegenüber dieser neuen Umgebung zeigt sich das Frühgeborene besonders empfindlich und verletzlich. Kind und Eltern erfahren immer wieder Trennungen.

Den Eltern wird durch die Frühgeburt die Zeit der inneren Vorbereitung auf ihr Kind und das sanfte Hineinwachsen in die Elternrolle genommen. Das plötzliche Ende der Schwangerschaft und die Angst um die Gesundheit und das Leben ihres frühgeborenen Kindes prägen die ersten Monate. Ein ruhiger, beständiger Kontakt zwischen Kind und Eltern ist wichtig für die positive Entwicklung der Frühchen. Hier hilft die Musiktherapie. Helfen Sie mit Ihrer Spende.

Erfahrungen mit der Musiktherapie

Unsere Musiktherapeutin berichtet über ihre Arbeit und stellt an einem Beispiel vor, wozu eine Musiktherapie bereits bei den Kleinsten wichtig ist:

"Mia* wird zu Beginn der 25. Schwangerschaftswoche mit einem Geburtsgewicht von 610 Gramm geboren. Sie wird deshalb auf der Intensivstation behandelt, benötigt eine Atemunterstützung und erhält Nahrung durch eine Sonde. Als ich Mias Eltern kennenlernte, stehen Mutter und Vater nach der unerwartet frühen Geburt ihrer Tochter unter Schock. Vor allem Mias Mutter nähert sich nur zögerlich dem Inkubator und hat Schwierigkeiten die Nähe zu ihrer Tochter zuzulassen. Beim gemeinsamen Kuscheln sind ihre Bewegungen monoton und ihr Blick von ihrer Tochter weg gerichtet. Mia zeigt sich unterdessen sehr instabil hinsichtlich ihrer Atmung.
Als ich den Raum zur vierten musiktherapeutischen Sitzung mit Mia und ihren Eltern betrete, liegt Mia auf der Brust ihrer Mutter. Sie ist unruhig und ihre Körperhaltung angespannt. Beide Hände sind zu Fäusten geballt und die Gesichtszüge zusammengezogen. Der Raum ist abgedunkelt und das durchgängige und pulsierende Rauschen der Beatmungsgeräte bildet einen rhythmischen Untergrund. Mias Mutter wirkt in ihrer Körperhaltung erschöpft, ihre Stimme klingt müde. Immer wieder wirft sie einen besorgten Blick zum Monitor, sobald dieser ertönt. Tagtäglich kommt sie nun auf die Intensivstation, um Zeit mit ihrer Tochter zu verbringen. Mias Vater hat mittlerweile seine Arbeitsstelle wieder aufnehmen müssen und wird heute etwas später hinzukommen.
Ich biete der Mutter wohltuende Klänge auf meinem musiktherapeutischen Saiteninstrument - der Körpertambura - an. Durch das Spielen des Instrumentes breitet sich behutsam einen Klangteppich im Zimmer aus. Mias Mutter schließt die Augen und lauscht der nun erklingenden Musik. Das Spiel auf dem Instrument klingt zunächst zäh, fast als würde das Spiel von einem Widerstand zurückgehalten. Die Atmosphäre im Raum scheint sich selbst kaum tragen zu können, wirkt schwer und kraftlos.  Als ein Monitor-Alarm ertönt, hält Mias Mutter jedoch weiter ihre Augen sanft geschlossen. Der Alarm fügt sich fast vollständig in die Musik ein. Allmählich wandelt sich etwas. Die Musik klingt gelöster und wirkt fast wie ein haltgebender Teppich. Mias zur Faust geballten Hände öffnen sich, ihre Gesichtszüge werden weicher und ihre Werte auf dem Monitor verbessern sich, werden stabiler. Mias Mutter atmet derweil tiefer und bewegt ihre Hand in kleinen, sanften Bewegungen im Rhythmus der Musik über den Rücken der Tochter. Zwischen Mutter und Kind scheint Nähe zu entstehen, die Atmosphäre erhält etwas Inniges und Aufgehobenes. Nach einer Weile betritt der Vater von Mia leise den Raum, bleibt neben seiner Frau stehen und lauscht. Mias Mutter öffnet die Augen, erblickt ihn mit einem Lächeln und verbleibt dennoch in der zuvor entstandenen Ruhe. Ich spiele noch einen Moment und lasse dann die Klänge langsam in der Atmosphäre verstummen. Dann steht alles für eine Zeit still. Es wird nicht gesprochen. Mias Mutter hält ihren Blick lang auf Mia gerichtet. Ihre Gesichtszüge sind nun weich und der Blick warm."

* Name des Kindes wurde geändert.

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Die Musiktherapie für die Frühchen wird ausschließlich über Spenden finanziert. Helfen Sie mit und ermöglichen Sie den Kleinsten einen sanften Start ins Leben.

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Verwendungszweck: Musiktherapie


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