Klinikclowns Lucky und Blumina

Abwechslung mit den Clowns

Lachen tut gut, das erleben Clown Lucky und seine Partnerin Blumina bei ihren Besuchen in der Kinderklinik im Klinikum Lüneburg immer wieder. Denn „auch die Seele muss gesund werden“, darin sind sich die beiden Clowns einig. Von den kleinen und größeren Patienten werden sie oft schon aufgeregt erwartet. Denn sie bringen Abwechslung in den Krankenhausalltag und helfen den Kindern dabei, für eine kurze Zeit ihre Sorgen, Ängste und Schmerzen zu vergessen.
Einfühlsam gehen sie dabei auf die kleinen Patienten ein, machen auf ihre fröhliche Art Angebote zum Mitmachen oder einfach nur Beobachten. "Jedes Kind reagiert auf seine Weise. Unser Ziel ist es , den Kindern ein Lachen ins Gesicht zu zaubern, und da können wir sehr kreativ sein" kündigen die Clowns mit einem verschmitztem Lächeln an. 

Wie wird das Angebot finanziert?

Dieses wichtige Projekt wird ausschließlich über Spenden finanziert. Damit die Clowns auch weiterhin jeden Donnerstagnachmittag in die Kinderklinik kommen können, benötigen wir Ihre Unterstützung.  Mit Ihrer Spende sorgen Sie dafür, dass die Clowns Lucky und Blumina noch viele Kinder zum Lachen bringen, denn Lachen tut gut!

Ein Interview mit den Klinikclowns

Weil jedes Lachen zählt

Lachen tut gut und kann besonders Kindern für kurze Zeit ihre Sorgen und Ängste nehmen. Zwei, die das häufig erleben, sind die Klinikclowns Lucky und Blumina. Bei ihren Besuchen im Klinikum Lüneburg zaubern sie den kleinen Patienten ein Lächeln aufs Gesicht.

Was schätzen Sie an dieser Aufgabe und wie lange schlüpfen Sie schon ins Kostüm?

Lucky: Wir freuen uns, auf diesem Weg den Blick hinter die Kulissen unserer wertvollen Arbeit zu ermöglichen. Das Krankenhaus ist ein Ort der Genesung, der Heilung. Und gleichzeitig eben auch ein Ort der Angst, der räumlichen Enge wie der emotionalen. Für die Kinder, für die Eltern oder andere Angehörige. Wir bringen alle auf andere Gedanken, schaffen kleine Freiheiten. „Die Aufgabe des Clowns ist es, alle Seelenzustände, die mit Enge zu tun haben, aus der Welt zu schaffen“. Dieses Zitat stammt vom Schweizer Clown Dimitri. Er beschreibt darin den Kern unserer Arbeit. Aus den oft vorhandenen Sorgenfalten werden Lachfalten.
Blumina: Wir überraschen die Kinder, alle Anwesenden  und vor Corona konnten das pro Zimmer manchmal ganz schön viele sein. Während unserer Besuchszeit führen wir sie in die kindliche und clowneske Leichtigkeit. Hier begegnen sich die kleinen Patienten und die Clowns auf Augenhöhe, da müssen wir ganz schöne Kniebeugen machen. Seit neun Jahren erfreuen wir unser Mitmach-Publikum schon. Und uns selbst natürlich auch.


Ist es schwer, kranke Menschen aufzuheitern?
Blumina: Viele sind bereit, sich von uns aufheitern zu lassen. Manche davon wissen es bloß noch gar nicht. Teenager, die erst rumdrucksen, aber dann loslachen, sind für uns keine Seltenheit. Unsere erste Frage bzw. die Antwort darauf, nehmen wir sehr ernst: Wollt Ihr Clowns? Dürfen wir reinkommen?
Lucky: Was man gern macht, das fällt einem leicht. Wir haben unsere Aufgabe gefunden, man spricht ja auch von Berufung. Das passt für uns. Die meisten unserer „MitspielerInnen“, wie wir sie gern nennen, haben auch keine lebensverkürzenden Krankheiten. Wir sehen sie in der Regel auch nur ein- oder zweimal. Insofern müssen wir uns auch nicht so stark von dem Leid abgrenzen.

Was macht einen guten Clown aus?
Blumina: Wir sind Begegnungsclowns, keine Bühnen- oder Zirkusclowns. Wir haben eine unbändige Lust auf Begegnung. Wir sind erfahren darin, diesen Kontakt so herzustellen, dass er angenehm ist. In der Regel gelingt es uns, unser Gegenüber zu erreichen. Auch wenn es auf Umwegen ist  und Clowns lieben Umwege.
Lucky: Wir stellen uns auf das Kind und seine Situation ein, ein- oder mitschwingen. Wir respektieren das Kind und sehen intuitiv den Rahmen, in dem wir uns bewegen können. Wenn erwünscht, dann helfen wir dabei, diesen Rahmen zu erweitern.

Wie genau sieht so ein Klinikbesuch aus und besonders jetzt in der Corona-Zeit?
Blumina: Da ist die Begegnung im Flur, auf langer Strecke, auf Abstand, auch ohne Corona. Wir merken ganz schnell, was erforderlich ist, welche Form der Kontaktaufnahme. Scheu, Scham oder auch mal Draufgängertum treffen wir an. Seifenblasen sind immer ein gutes nonverbales Freundschaftsangebot, sie laden ein zum Schauen und Staunen, sie sind ein Türöffner in die oft zarten Kinderseelen. Sie bringen beide Seiten zusammen in das Clowns- und Phantasieland. Wir sind leise. Oder auch lauter. In Sprache wie in Gestik. Wir spüren die Ambivalenz der Kleinsten, wenn sie sich vor uns komischen Typen hinter Mama oder Papa verstecken. Schüchtern wagen sie einen Blick und ziehen sich wieder zurück.
Lucky: Angst und Neugierde sind nicht selten gleichermaßen vorhanden. Wir sprechen dann auch mit den Eltern. Die Verbindung wird so indirekt geschaffen, Vertrauen aufgebaut. Die Begegnung in den Zimmern fängt damit an, dass wir anklopfen. Wir fragen, sind wir erwünscht? Ehrliche Frage, ehrliche Antwort. Dann stellen wir uns vor. Wir brechen die Erwartungen. Wir jonglieren mit Worten. Wir verbeugen uns und verlieren dabei unsere Kopfbedeckungen. Wir lassen die Kinder mitmachen. Zaubern aus kleinen bunten Minizollstöcken Tiere oder Buchstaben, einfach alles. Jeder ist mal der Zauberer. … Am Ende wünschen wir gute Besserung, nein Verbesserung.
Blumina: Schön, dass es den langen Balkon gibt. Da dürfen wir nämlich seit ein paar Wochen wieder spielen, natürlich nach Coronaregeln, aber auch nach Clownsregeln, wo die Hyäne, oder war es die Hygiene, eine grooooße Rolle spielt. Wir halten Abstand auf dem schmalen Gang, kommunizieren durch die Fensterscheibe oder manchmal auch durch die offene Balkontür. Wir tragen unsere Masken über den roten Nasen. Wir haben Fenstermalkreide. Auf den Fenstern und auf den Scheiben auf der Brüstung spielen wir KunstmalerInnen. Wir lassen die Kinder mitmalen. Da entstehen Schäfchenwolken. Und Handy-Wolken. Eine ganze Wolkenparade. Dann erzählen wir mit den Kindern zusammen eine Geschichte aus den einzelnen Motiven. Ein gewiefter Vater hat im Spielzimmer ein Bilderbuch mit Löwen als Pausvorlage gegen die Scheibe gedrückt. Eine gute Malvorlage für die noch in der Grundschul-Malklasse befindlichen Clowns.

Was sind für Sie die schönsten Momente, wenn Sie die Patienten besuchen?
Lucky: Es gibt soooo viele schönste Momente. Die sind alle auf Rang Eins. Unzählige. Ein Fluss entsteht. Wenn unsere Lust auf Überraschung befriedigt wird. Wenn die Eltern gerührt sind, Eltern, die sehr unter Spannung stehen und sich große Sorgen machen. Ein Lachen entsteht. Wir haben die Patienten und meist auch die Eltern erreicht. Wir sind in ihre Welt aufgenommen worden. Sie haben uns ihren Kosmos geöffnet.
Blumina: Eine Siebzehnjährige hat uns mal mit ihrer Gitarre ein Lied von Ed Sheeran vorgespielt. Ein wirklich traumhafter Moment. Ein sechsjähriger Junge hat sehr talentiert den Moonwalk von Michael Jackson gegeben. Manchmal übernehmen auch die Kinder fast vollkommen die „Regie“. So sollten wir mal für einen Jungen ein tanzendes Badezimmer darstellen. Ein Mädchen öffnet die Tür und heißt uns im Krankenzimmer willkommen, als wenn wir bei ihr zu Hause wären. Ein anderes Mal drückte eine Mutter Clown Lucky ihr Baby in den Arm für eine Fotoaufnahme. Ein weiterer Höhepunkt war ein mitreißendes Duell am Kicker mit zwei Superhelden.

Würde Ihre Arbeit auch ohne Maske und Kostüm funktionieren?
Blumina: Die rote Nase ist die kleinste Maske der Welt. Wir sind bunt. Unsere Kleidung, unser Kostüm signalisiert das. Bevor wir ein Wort gesprochen haben, wirkt die Klamotte an uns. Vieles ist selbstgenäht. Unikate. Wir Clowns sind es auch. Kinder, Menschen, alle. Unser Kostüm sorgt oft auch für Bewunderung.
Lucky: Meine grünen Blumenschuhe, der tanzende Rock von Blumina. Vieles an unseren Kostümen ist grün, was frisch wirkt. Gesprächsstoff ist so quasi schon von ganz allein vorhanden.
Oft werden wir gefragt, wo wir herkommen. Wir sagen dann: „Durch die Tür“. Gemeint ist natürlich, dass wir einen Werdegang haben, viele Seminare, Ausbildungen absolviert haben und uns auch ständig mit anderen Clowns tummeln. Das macht Spaß und ist eine große Bereicherung. Wir sind Teil einer Clownsbewegung, die von Menschen wie Patch Adams, Eckart von Hirschhausen und vielen anderen vorangetrieben wurde und gewachsen ist. Wir hoffen, dass sie weiter wächst und es bald festangestellte Clowns in (Kinder)Kliniken geben wird. Das wär doch was.

Erschienen in: CLEVERmagazin - Das Magazin der CleverKarte 56/September 2020, www.landeszeitung.de

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Verwendungszweck: Klinikclowns

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